Nie wieder allein

Malou, Lara


Autobiografie

BOD, 2026
ISBN: 978-3-8192-4296-0
244 S. 


Darum geht's
: Die ersten 12 Jahre ihres Lebens wächst Lara gut behütet in einer Familie mit ihren Eltern und ihren beiden älteren Geschwistern auf. Lara erzählt von gemeinsamen Urlauben, Spieleabenden, Streitereien und familiärem Zusammenhalt - einfach von einem Familienleben. Ihre Mutter kümmert sich liebevoll um sie. Sie ist eine fröhliche Mama und Lara liebt es, mit ihr zu kuscheln.  

Doch eines Tages ändert sich alles: Laras Mutter nimmt sich das Leben. Das engste Umfeld des Mädchens ist mit der Situation komplett überfordert. Lara wird abgelenkt, anstatt einfühlsam in ihrer Trauer begleitet. 

Sie und ihre Geschwister versuchen, irgendwie mit dem neuen Alltag zurecht zu kommen, doch es ist für alle eine unfassbare Herausforderung. Einzig der Vater schafft es wohl, das Geschehene hinter sich zu lassen und schon wenige Monate nach der Beerdigung darüber nachzudenken, wer aus der Gemeinschaft der Zeugen Jehovas, denen auch sie angehören, seine neue Frau werden könnte. Diese Ankündigung versetzt die Kinder erneut in einen Schockzustand und die Distanz zueinander scheint immer größer zu werden. Der Vater hat zu diesem Zeitpunkt bereits eine neue Freundin, die nur acht Monate nach dem Tod der Mutter zu seiner Frau wird. 

"Es wurde zur Gewohnheit, dass mein Vater uns Kinder an den Abenden und an den Wochenenden allein ließ und seine Zeit lieber mit Ella verbrachte, anstatt zu trauern oder für uns da zu sein." (S. 33)

In diesen Monaten versuchen die drei Kinder sich durch die Zeit zu kämpfen und mit ihrem unermesslichen Schmerz umzugehen - jede und jeder auf seine Weise. Lara leidet sehr unter der neuen Beziehung. Sie vermisst ihre Mutter und die Distanz zu ihren Geschwistern und auch zu ihrem Vater verletzt sie. Sie fühlt sich zunehmend allein, startet so in die schwierigen Jahre der Pubertät und beginnt, Erwachsen zu werden. 


So geht's mir dabei: Diese Autobiographie einer Tiroler Autorin, hat mich sehr getroffen. Wie viel kann ein Mensch mitmachen? Diese Frage habe ich mir öfter gestellt. Gleichzeitig wuchs meine Bewunderung für Lara von Seite zu Seite und die Frage änderte sich in: Wie stark kann ein Mensch sein? 

Lara nimmt die Lesenden mit auf die Reise durch ihr eigenes finsteres Tal und zeigt vor allem Eines: Dass es sich lohnt, die Hoffnung nicht zu verlieren und nicht aufzugeben. Es kamen unglaubliche Geschehnisse auf das damals sehr junge Mädchen zu und sie musste mit allem fertig werden - oft ganz alleine. Während der Lektüre hatte ich oft das Bedürfnis, dieses Mädchen in die Arme zu schließen und ihr Halt zu schenken, nur um zu erkennen: Das ist nicht notwendig. Sie ist unglaublich stark. Sie wird mit allem fertig. 

Wie selbstbewusst sie aus diesen schweren Jahren hervortritt verdient absolute Hochachtung und dass sie es nun noch geschafft hat, alles aufzuschreiben - vielleicht auch, um es loszulassen - ist ein neuerlicher Beweis für die Kraft, die in ihr steckt. 

Was für eine berührende Geschichte. 

Geht's kurz und knapp? Eine junge Frau erzählt von ihrem steinigen Lebensweg, von Schicksalsschlägen und unfassbarer Traurigkeit. Aber auch davon, dass es sich lohnt, den nächsten Schritt zu gehen und hoffnungsvoll zu bleiben. 



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Vielen Dank für das Rezensionsexemplar an BOD Books on demand

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