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Was das Leben so bereithält ...

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Becker, Giulia
Das Leben ist eines der Härtesten
Darum geht's: Silke, Willy-Martin, Renate und Frau Goebel begeben sich gemeinsam auf einen Roadtrip in den Freizeitpark "Tropical Islands". Dabei hat gerade jede/jeder Einzelne von Ihnen ein besonders schweres Päckchen zu tragen. Silke, die vor vielen Jahren in einem Zug die Notbremse gezogen hat und deswegen nach wie vor Sozialstunden abarbeitet, braucht dringend eine große Geldsumme.
Bei Renate scheint Geld keine Rolle zu spielen, was sich Silke noch nie erklären konnte, aber sie ist schwer angeschlagen, weil ihr Hund Mandarine Schatzi vor Kurzem verstorben ist.
Um den Tod geht es auch in Frau Goebels Leben, allerdings nicht um den eines Hundes, sondern um ihren eigenen, der mit großen Schritten naht.
Willy-Martin ist seit kurzer Zeit verliebt in Kerstin, die er beim Online-Kniffel, einem Spiel im Internet, kennengelernt hat. Seit 2 Wochen telefonieren sie jeden Abend und obwohl sie im Norden von Deutschland wohnt, knapp …

Tiefe Verbundenheit mit dem Urgroßvater

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Hager, Elisabeth R.
Fünf Tage im Mai
Darum geht's: Wir erleben 5 Tage in Illys Leben, über zwei Jahrzehnte verteilt, jeweils im Mai. Dadurch lernen wir Illy als aufgeweckte 8 Jährige kennen, als verliebten Teenager, als verzweifelte junge Frau und als Studentin, die nach einigen Jahren im Ausland heimkehrt. Ihre Heimat ist ein Dorf im Tiroler Unterland, in dem ihre Eltern ein Sportgeschäft führen und in dem ihr Urgroßvater den Status des ältesten Dorfbewohners erreicht hat. Er ist außerdem der letzte Fassbinder Tirols. Seine Werkstatt befindet sich im Elternhaus von Illy. Sie nennt ihn Tat'ka und verbringt ihre Zeit am liebsten bei ihm in der Werkstatt. Die tiefe Verbundenheit zwischen den beiden ist sofort greifbar.
"Ich blickte erst zu ihm, dann zu Tristan. Dann sah ich aus dem Augenwinkel, wie mir Tat’ka mit einer einzigen winzigen Bewegung zunickte. ‚Servus Kasper! Dass du so ein Depp sein kannst, Xaver‘, polterte er kopfschüttelnd." (S. 95)
An den fünf Tagen im Mai…

Kambodschas Vergangenheit - Erschütternd und traurig

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Taschler, Judith W.
Das Geburtstagsfest
Darum geht's: Kim Mey feiert seinen fünfzigsten Geburtstag. Ehefrau Ines und die gemeinsamen Kinder Simon, Lea und Jonas bereiten ein großes Geburtstagsfest mit einigen Überraschungen vor. Ihm wäre zwar am liebsten, wenn er einfach nur ein gemütliches Abendessen im Kreis seiner engsten Familie genießen könnte, aber ihm schwant bereits, dass es ein wenig mehr Gäste sein werden. Dass sein jüngster Sohn Jonas einen Überraschungsgast eingeladen hat, um seinem Papa eine besonders große Freude zu bereiten, damit hat er nicht gerechnet. Plötzlich steht Tevi vor der Tür. Ines und Kim sind gleichermaßen geschockt, erstaunt und fassungslos. Jonas zu liebe bekunden sie auch ihre Freude über das Wiedersehen, in erster Linie macht sie die Anwesenheit von Tevi aber sehr nervös und eine angespannte Stimmung entsteht. Aber warum?
Tevi und Kim sind als Kinder von ihrer Heimat Kambodscha geflüchtet und ihnen wurde in Österreich Asyl gewährt. Sie sind gemeinsam…

Ja, wie jetzt?

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Lehner, Angela
Vater unser
Darum geht's: Eva Gruber behauptet, eine Kindergartengruppe erschossen zu haben und wird ins Otto Wagner Spital (OWS), das psychiatrische Zentrum in Wien, eingeliefert. Eine Kindergartengruppe hat sie nicht erschossen und glaubt das auch selbst nicht, aber es war ein guter Weg, um in Bernhards Nähe zu kommen und zu bleiben.
'Ich ärgerer mich, dass mein Bruder nach all der Zeit nicht einmal kurz Smalltalk mit mir führen kann.  "Warum bist du hier?", frage ich, und Bernhard dreht sich wieder zu Doktor Korb. "Kannst du kein Deutsch?" Doktor Korb stellt sich anders hin, aber Bernhard reagiert nicht. "Brauchst du einen Dolmetscher, oder was?", sag ich und merke selbst, wie ich wütend werde.  "Hä?", rufe ich.' (S. 22)  
Bernhard ist also Evas jüngerer Bruder. Ein junger Mann der unter massiven Essstörungen leidet, immer wieder künstlich ernährt werden muss, um am Leben zu bleiben und der versucht, die Traumata sei…

Den eigenen Weg finden

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Somekh, Simone Weitwinkel
Darum geht's: Ezra Kramer wächst in einer ultraorthodoxen jüdischen Gemeinde auf. Seine Eltern sind in ihren 20igern zum jüdischen Glauben konvertiert und halten sich strikt an alle Regeln, um in der Gesellschaft aufgenommen und akzeptiert zu werden. Das Glück, dass Gott ihnen endlich einen Sohn geschenkt hat, wird schon bald getrübt, als sie merken, dass Ezra gegen diese Konventionen auflehnt. 
In ihm schlummert ein künstlerisches Talent und vor allem ein wacher Geist. Er hinterfragt Dinge, bevor er sie für gut befindet. Er schaltet sein eigenes Bauchgefühl ein und vertraut diesem, wenn es ihm bedeutet, dass in der Gemeinde Unrecht geschieht. 
Je älter er wird, um so mehr lehnt er die strengen Regeln der Glaubensgemeinschaft ab und sucht seinen eigenen Weg. Dabei verleugnet er nicht den jüdischen Glauben. Er will diesen nur freier leben als dies seine Eltern machen. Natürlich bereitet das seinen Eltern und der ganzen Gemeinde großen Kummer. Als er sich d…

Wenn in den Bergen die Luft zum Atmen fehlt

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Stoifberg, Niko. Dort
Darum geht's: Sebi sieht eine Frau, Lydia, die ihn auf der Stelle fasziniert. Ihn trifft es, wie ein Blitz. Er muss diese Frau kennen lernen. Ohne recht zu wissen, was er selbst vor hat, geht er ihr und dem kleinen Kind an ihrer Seite fürs Erste einfach nach. In der Hoffnung, dass sich eine Gelegenheit ergibt, bei der er sie ansprechen kann. Diese Gelegenheit will sich aber nicht so recht ergeben, bis sie mit dem kleinen Jungen am See ist, einen Schwan füttert und ihr Handy läutet. Da kommt ihm die absurde Idee, das Kind in den See zu stoßen, um es dann zu retten und vor ihr als "Held" dazustehen.  "Der Kleine schaut mich fragend an, greift nach dem Brot, und ich nach ihm. Ich fasse ihn um seinen Bauch und stoße ihn vom Mauerrand. Er klatscht auf - leiser als erwartet. Weder hat der Bub geschrien, noch hat sie sich umgedreht, noch kann ich sehen, was sich vor der Mauer unter mir abspielt." (S. 18) Und nun geht alles schief. Die Rettungsakt…

Ein Teenager inmitten der Waffen

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Clement, Jennifer
Gun Love
Darum geht's: Eine 14 jährige wächst in einer Wohnwagensiedlung auf. Sie lebt dort mit ihrer Mutter in einem Auto. Die Mutter, Margot, eigentlich aus einer sehr wohlhabenden Familie, hat ihren Eltern ihre Schwangerschaft, ja sogar die Geburt des Babys verschwiegen und ist von zu Hause weggerannt. Beinahe mittellos findet sie die vorübergehende Bleibe in einem Ford Mercury. Aus "vorübergehend" werden 14 Jahre. Das Mädchen, Pearl, erzählt in Gun Love von ihrem Leben mit ihrer Mutter, die sie verehrt, die ihr Ein und Alles ist. Ihre Mutter besitzt die besondere Fähigkeit in das Innere der Menschen zu sehen.
"And she could see into me too. Once she said, Baby, Pearl, don't love me so much. I'm not worth it." (S.24)
Selbst eine begnadete Pianistin, drückt sie sich immer wieder in Songs und Songtexten aus. Das Leben in dem 'Trailerpark' wird bestimmt von einem zwar sehr ärmlichen aber abgesehen davon, von einem recht normalen…