Geht sterben wieder vorbei?

Schroeter-Rupieper, Mechthild
Sönnichsen, Imke


Gabriel in der Thienemann-Esslinger Verlag GmbH, August 2020
ISBN: 978-3-522-30564-8
Ab 5 Jahren




Auf irgend eine Weise kommen unsere Kinder früher oder später mit dem Tod in Berührung. Das Thema Sterben wirft unzählige Fragen auf, das kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen. Und ich weiß auch, wie schnell man hier an seine Grenze gerät. Manche Antworten gibt man als Elternteil, um die Kinder zu schützen, was einem postwendend um die Ohren geworfen wird. Schnell befindet man sich in Erklärungsnotstand oder in einer Zwickmühle, aus der man erst wieder herausfinden muss. Mechtild Schroeter-Rupieper, selbst Mutter von 3 Söhnen, ist die Begründerin der Familientrauerarbeit in Deutschland und Mitbegründerin derselben in Österreich. Mit der Hilfestellung im Fall von Trauer- und Trennungssituationen in Familien kennt sie sich aus und hat aus diesen Erfahrungen nun ein wundervolles Kinderbuch entstehen lassen. 

In dem Buch wird einerseits von Marlene und ihrem Bruder Paul erzählt, die den geliebten Opa verlieren. Gemeinsam mit ihren Eltern müssen sie die Erfahrung des schmerzlichen Verlustes kennenlernen und sich von ihrem Familienmitglied verabschieden. Die Familie sieht den aufgebahrten Opa und kann sich so noch einmal verabschieden. Eine seltsame Erfahrung für die Kinder. Dann folgt die Verbrennung im Krematorium. Danach finden die Trauerfeierlichkeiten statt, an denen viele Menschen teilnehmen, die den Opa kannten. Schließlich steht die Familie gemeinsam vor dem Grab am Friedhof. Danach unterhalten sie sich mit den anderen Gästen über gemeinsame Erlebnisse mit dem Opa und erinnern sich an die Zeit mit ihm. Einige Wochen später besuchen sie das Grab erneut. 


Begleitet wird die Geschichte von vielen Fragestellungen, die so oder so ähnlich in den kleinen Kinderköpfen entstehen. "Ist einschlafen das Gleiche wie tot sein?" "Ist man für immer traurig?" "Tut das dem toten Menschen weh, wenn er verbrannt wird?" "Warum tragen bei einer Beerdigung viele Leute schwarze Kleidung?" "Kann man traurig sein und gleichzeitig lachen?" uvm. Die einfühlsamen und sachlichen Antworten darauf sind sehr hilfreich - nicht nur für die Kinder, auch für die Erwachsenen. Und zum Schluss wendet sich die Autorin noch gezielt an die Eltern und gibt Tipps, wie man in so einer Zeit den Kindern in ihrer ganz eigenen Trauer beistehen kann. 


Ein sehr gelungenes Buch für die ganze Familie. Ein Buch, das meiner Meinung nach nicht erst im akuten Trauerfall angeschafft werden sollte. Die Kinder sind öfter mit dem Tod konfrontiert, als uns bewusst ist. Sie hören ständig von uns Erwachsenen, dass jemand gestorben ist, bekommen diese Nachrichten in den Medien mit oder verlieren ein geliebtes Haustier. Hier kann dieses Bilderbuch eine gute Stütze sein und den Kindern beim Verstehen und bei ihrer Verarbeitung helfen. 

Hier kannst du das Buch direkt bei der Tyrolia bestellen. (Versandkostenfreie Lieferung in ganz Österreich.) 

Vielen Dank an den Gabriel Verlag für das Rezensionsexemplar!

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Der Zopf

Xund und kinderleicht

Je tiefer das Wasser