Am Telefon durch die Nacht

Aichner, Bernhard
Kaschmirgefühl
Ein kleiner Roman über die Liebe



Darum geht's: Ein Mann ruft bei einer Sex-Hotline an. Er will von der Dame am anderen Ende aber nicht, was man erwarten würde. Er will nur mit ihr reden, sie kennen lernen. Er will, dass sie ihm zuhört, wenn er aus seinem Leben berichtet und möchte im Gegenzug gerne mehr von ihr erfahren. Dabei gibt er sich mit ihren Antworten stets erst zufrieden, wenn er das Gefühl hat, von ihr die Wahrheit zu erfahren. Welche seiner oder ihrer Worte wirklich wahr sind, bleibt dennoch offen, da es schließlich für niemanden überprüfbar ist. An der Stimmlage erkennt man es aber doch immer wieder, wie es scheint. Durch die Reaktionen und Interaktionen während des langen Gespräches, lernen sich die beiden tatsächlich näher kennen und fühlen sich zunehmend zueinander hingezogen.

So geht's mir dabei:
- Ich mag Dialogromane sehr gerne. Die lesen sich so flüssig.
- Also hat dir mein Roman gefallen?
- Ja. Er war nett.
- Klingt ja begeistert.
- Ich muss zugeben, der Roman hatte es sehr schwer bei mir.
- Warum?
- Ich habe unmittelbar davor ein Buch gelesen, das mich sehr tief berührt hat und wohl den Sprung in die Liste meiner Lieblingsbücher geschafft hat. Das Buch, das im Anschluss daran gelesen wird, hat natürlich schlechte Karten.
- Dafür kann ich jetzt aber nichts. Das heißt, wenn du mein Buch in 3 Wochen gelesen hättest, wärst du hin und weg?
- Hm. Keine Ahnung. Das finden wir jetzt eh nicht heraus.
- Was hat dir denn gut gefallen?
- Die Idee, jemanden bei einer Sex-Hotline anrufen zu lassen, finde ich wirklich originell. Ich mag auch die beiden Charaktere sehr. Sie sind beide sympatisch und recht erfinderisch, was ihre Geschichten betrifft.
- Und was stört dich dann?
- Für mich hatte die Geschichte zu wenig Tiefgang. Mir fehlt irgendwie die Liebe dabei. Die zwei kommen sich näher und er ruft auch immer wieder an, weil er doch nicht anders kann, aber Liebe? Die hab' ich nicht gespürt.
- Aha. Noch was?
- Ich verstehe, dass du das nicht so gern hörst. Vor allem, da es dein erster Liebesroman ist. Aber ich kann nur sagen: Ich war bei einer Lesung von dir und habe dich und Lisa Hörtnagl gehört und danach habe ich das Buch durch andere Augen gesehen. Ihr habt den beiden Figuren so viel Charme verliehen, dass es mich doch noch begeistert hat. Und ich freue mich bereits jetzt auf das Theaterstück zum Buch im kommenden Jahr im Kellertheater.
- Na wenigstens etwas.
-
-
- Gut dann...?
- Ja...
- Danke....schätze ich.
- Ich sage danke. Vor allem für die tolle Lesung.

Geht's kurz und knapp? Ein netter, leicht zu lesender Roman.
Und NEIN...ich habe nicht wirklich mit dem Autor geredet. :-) Alles nur fiktiv.

Haymon Verlag 2019
ISBN: 978-3-7099-3456-2

Kommentare

  1. War ein netter Wochenendroman. Schnell und flüssig zu lesen ohne großen Tiefgang.

    AntwortenLöschen

Kommentar veröffentlichen

Beliebte Posts aus diesem Blog

Mir fehlen die Worte

Wenn der Tod eine Geschichte erzählt

Ein Teenager inmitten der Waffen