Nein. Nicht mein Fall

Kermani, Navid.
Sozusagen Paris



Darum geht's: Ein Romanautor trifft nach einer Lesung auf die Protagonistin seines Buches. Diese ist seine Jugendliebe, die er zuerst gar nicht erkennt. Sie ladet ihn ein zu einem gemeinsamen Abendessen, bei dem auch noch andere Gäste der Lesung sind. Im Anschluss daran, ladet sie ihn zu sich nach Hause ein. Seine Hoffnung, dass dies in einem romantischen Abend enden könnte wir schnell zerschmettert, als klar wird, dass sie verheiratet und ihr Mann auch zu Hause ist. Sie trinken im Wohnzimmer ihres Hauses gemeinsam Wein, während ihr Mann im Nebenzimmer sitzt. Sie reden über die Vergangenheit und über Bücher und philosophieren viel.

So geht's mir dabei: Ich habe das Buch begonnen und nach wenigen Seiten weggelegt. Ich lese Bücher aber immer fertig. Also habe ich es wenige Wochen später wieder versucht und diesmal auch länger durchgehalten. Aber nach gut zwei Drittel des Romans muss ich sagen: Es ist einfach nur langweilig. Es passiert nichts. Es wird sehr viel von anderen Autoren zitiert. Zwischendurch spricht der Autor den Leser direkt an. Dann wechselt er die Perspektive komplett und man findet sich im Dialog mit seinem Lektor über den vorliegenden Roman. Meiner Meinung nach will der Roman zu viel und daraus wurde dann recht wenig. Mir persönlich sind die Unterbrechungen durch den Stilbruch suspekt. Ich kann mich dadurch nicht auf die Geschichte einlassen. Und wenn die Geschichte ohnehin schon etwas langwierig ist, wird es schwierig. Es ist wirklich eines der wenigen Bücher, das ich nicht zu Ende lesen werde weil mir irgendwie schade um die Zeit ist.

Geht's kurz und knapp? Nicht mein Fall.

Carl Hanser Verlag, München
2016
ISBN 978-3-446-25276-9

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