Die Spielverderberin

Menke, Marie

Roman
Kiepenheuer&Witsch Verlag, 2026
ISBN: 978-3-462-00873-9
224 Seiten


Darum geht's:
Lotte und Sophie stammen aus einem kleinen Dorf im Süthland, sind Freundinnen seit Kindertagen, besuchen dieselben Schulen und werden gemeinsam Erwachsen. In der Oberstufe stößt Romy dazu. Ihre Eltern sind Akademiker:innen und sie entscheiden sich bewusst dafür, aufs Land zu ziehen und die Stadt hinter sich zu lassen. Anders als bei Sophie und Lotte, deren Familien aus dem Dorf stammen und Landwirtschafen betreiben. Beide haben den Wunsch, später raus aus dem Dorf und in die Stadt zu ziehen. Lotte und Sophie sind gleichermaßen fasziniert von Romy, fühlen sich einerseits zu ihr hingezogen, andererseits aber auch etwas abgeschreckt. Zwischen Lotte und Romy entwickelt sich eine innige Freundschaft, Sophie bleibt außen vor, kommt nicht recht mit, ist nur noch eine Randerscheinung. So lange bis Lotte in eine Klinik muss. In der Zeit ihrer Abwesenheit nähern sich Romy und Sophie an, schmieden sogar Pläne, nach dem Abi in eine WG zu ziehen und in Köln zu studieren. Doch schließlich kommt alles anders, als es die drei jungen Frauen planen und zwischen ihnen liegt ein Geheimnis, das schwer wiegt. 

"Im Badezimmer meiner Eltern hatte ich früher nicht einmal zum Duschen die Vorhänge zugezogen. Es gab keine Nachbarn, die hätten hereinschauen können. Neben dem Haus stand ja die alte Scheune." S. 61 

So geht's mir dabei: Das Buch wird auf unterschiedlichen Zeitebenen erzählt. Kapitelweise wechselt sich die Zeit von jetzt mit vor vier Jahren ab. Sophie lebt inzwischen in Köln und ein Treffen mit Lotte und Romy, das den Beginn der Geschichte markiert, bringt vieles von dem, was damals geschah, wieder ans Licht. Außerdem wird der Kontakt zwischen Sophie und Lotte wieder intensiver. 

Dieses Stilmittel der unterschiedlichen Zeitebenen macht gepaart mit den 3 verschiedenen Charakteren und den Gegensätzen zwischen dem urbanen und dem ländlichen Leben die Geschichte aus. Darin geht es um die Dynamik der Freundschaft zwischen den drei Frauen, erzählt aus der Sicht von Sophie und um jene eine Nacht, die schließlich alles veränderte. Was damals passierte, bleibt während des ganzen Romans ein Geheimnis und hält den Spannungsbogen hoch. Es ist außerdem ein Coming-of-Age Roman, der sich mit sozialer Herkunft und der Veränderung von Freundschaften, Zielen, Träumen und Lebenswegen beschäftigt. 

Vieles wird nur angedeutet, manche Dialoge gehen aneinander vorbei und es gibt Geheimnisse, die nicht oder nicht ganz gelüftet werden. Dadurch wird einerseits die Stimmung zwischen den drei Frauen (Freundinnen sind sie meiner Meinung nach gar keine) sehr gut transportiert, andererseits entwickelt sich dies aber auch zunehmend zur Geduldsprobe der Leser:innen. Manchmal war ich mir nicht sicher, ob ich etwas versäumt habe, oder ob wirklich noch nicht klar ist, um was es eigentlich geht. Die Beziehung zwischen Sophie und ihrem Freund hat eine völlig andere Dynamik, trifft wohl den Zeitgeist und ich finde es sehr gelungen, wie die Autorin das transportiert. 

Geht's kurz und knapp? Dank der wechselnden Kapitel und Zeiten ein sehr kurzweiliger Roman. Vieles liegt im Verborgenen und Leser:innen müssen dran bleiben, um die Geheimnisse zu lüften. Das lohnt sich aber jedenfalls. 



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Vielen Dank für die Überraschungspost und das Rezensionsexemplar lieber KiWi-Verlag.

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